Eine nicht brennbare Barriere rund um die Lichtkuppelzone sorgt für ein brandsicheres PV-Dach.

Oberlichter in PV-Dachsystemen: das schwächste Glied in der Feuerbeständigkeit und wie man es verbessern kann

Oberlichter sind dazu gedacht, Tageslicht in Gebäude zu bringen, aber innerhalb eines PV-Dachsystems können sie zum schwächsten Glied im Brandfall werden. Die eigentliche Frage ist nicht mehr, ob Ihr Dach den Vorschriften entspricht, sondern ob es standhält, wenn sich ein Brand neben einem Oberlicht entwickelt.

Oberlichter in PV-Dächern: ein sich veränderndes Risikoprofil

In ganz Europa wird das Brandrisiko von Industriedächern neu bewertet. Besonders in Ländern wie Deutschland verschärfen Behörden und Versicherer ihren Fokus auf:

  • große Brandabschnitte
  • brennbare Dachaufbauten
  • Verhalten bei anhaltender Brandeinwirkung

Jetzt kommt PV ins Spiel.

Sie führen kontinuierliche elektrische Energie, höhere Dauertemperaturen und veränderte Branddynamik ein. Wärme wird länger gespeichert und das Brandverhalten ändert sich grundlegend.

In diesem Zusammenhang sind Oberlichter keine neutralen Elemente mehr. Sie werden Teil des Brandsystems.

Warum Oberlichtzonen zum schwächsten Glied werden

In Industriedächern sind Oberlichter selten eigenständige Elemente.
Sie sind in komplexe Dachsysteme eingebettet, die umfassen:

  • lange, durchgehende Lichtbänder
  • brennbare Dämmschichten
  • mechanische Befestigungen
  • Dachdurchdringungen

Dies schafft, was Brandschutzingenieure als Übergangszonen definieren.

Diese Zonen kombinieren:

  • verschiedene Materialien
  • Schnittstellen und Fugen
  • unterschiedliches thermisches Ausdehnungsverhalten
  • strukturelle Unterbrechungen

Bei Brandeinwirkung versagen Systeme zuerst an diesen Schnittstellen.

Nicht weil eine Komponente unzureichend ist.
Sondern weil die Interaktion zwischen den Komponenten die Spannung konzentriert.

Was passiert, wenn sich ein Brand neben einem Oberlicht entwickelt

Kommt es zu einer Zündung in der Nähe eines Oberlichts innerhalb eines PV-Dachsystems, können mehrere Dinge passieren:

  • Wärme staut sich unter dem PV-Array
  • Oberlichtmaterialien erweichen oder verformen sich
  • Schnittstellen öffnen sich oder werden schwächer
  • das Feuer umgeht den Dachaufbau

Statt an der Oberfläche zu bleiben, kann das Feuer:

  • in tiefere Schichten eindringen
  • sich durch brennbare Dämmung ausbreiten
  • in das darunterliegende Gebäude eindringen

In großen Logistik- oder Industriegebäuden verschärft dies das Risikoprofil rasch.

Was Brandtests tatsächlich zeigen

Dieses Verhalten ist nicht theoretisch.

In groß angelegten Brandtests auf Dächern am ZAG wurden Systeme Zündszenarien ausgesetzt, die die Standard-Brandlasten übersteigen.

Die Ergebnisse waren eindeutig:

  • die Flammenausbreitung kann auf die Zündzone begrenzt werden
  • vertikale Branddurchdringung kann verhindert werden
  • Temperaturspitzen treten auf, aber der Brandverlauf ist begrenzt, wenn das System richtig unterbrochen ist

Der entscheidende Faktor war nicht das PV-System selbst.
Es war das Verhalten des Dachaufbaus und seiner schwächsten Zonen.

Eine nicht brennbare Barriere rund um die Lichtkuppelzone sorgt für ein brandsicheres PV-Dach.

Wie man das Problem löst: Kontrolle über das schwächste Glied

Feuer braucht nicht das ganze Dach.
Es braucht nur ein schwaches Glied.

Und bei PV-Dachsystemen ist dieses schwache Glied oft:

  • brennbare Dämmung
  • Fugen und Schnittstellen
  • der Bereich um Lichtkuppeln

Die Lösung besteht nicht darin, das gesamte Dach neu zu gestalten.
Es geht darum, die kritischen Zonen zu verstärken.

Durch die Einführung einer nicht brennbaren Schicht um Lichtkuppeln:

  • unterbrechen Sie den Brandweg durch die Dämmung
  • verhindern Sie das Eindringen von Flammen in tiefere Schichten
  • begrenzen Sie Schäden unter der Oberfläche
  • behalten Sie die Kontrolle über die Brandentwicklung

Vom Brandrisiko zur kontrollierten Leistung

Dieser Ansatz verändert das Verhalten des Dachsystems:

Ohne Eingriff:

  • Feuer breitet sich durch die Dämmung aus
  • tragende Schichten werden in Mitleidenschaft gezogen
  • das Risiko von Betriebsunterbrechungen steigt

Mit einer nicht brennbaren Lösung:

  • bleibt das Feuer lokal begrenzt
  • strukturelle Schäden werden verhindert
  • die Wiederherstellung ist schneller und vorhersehbarer

Dies entspricht Dachsystemen, die nach FM 4470 und FM 4478 bewertet wurden, bei denen Konstruktionen mit einer nicht brennbaren Schicht zur Verbesserung des Brandschutzes eingesetzt werden.

Warum das für Eigentümer und Versicherer wichtig ist

Für Gebäudeeigentümer geht es darum, Vermögenswerte und Kontinuität zu schützen.

Für Versicherer geht es darum, das Risiko über große Portfolios hinweg zu steuern.

Sie müssen nicht auf eine Änderung der Vorschriften warten.
Die Anwendung höherer Standards auf Systemebene macht bereits einen messbaren Unterschied.

Haben Sie die Lichtkuppelzonen Ihres PV-Dachsystems aus brandschutztechnischer Sicht bewertet? Nicht nur auf Einhaltung, sondern auf echte Leistung bei Brandeinwirkung.

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